Warum der Frosch nicht mehr grün war...

Neugierig werde ich im Ev. Familienzentrum Merkstein von den Vorschulkindern erwartet, denn sie haben schon erzählt bekommen, dass wir gemeinsam Trickfilme drehen wollen.

"Was hast du da für einen Karton unter dem Arm?", wollen sie wissen. Es ist die Trickkiste, die wir brauchen, um unsere eigenen Trickfilme aufzunehmen.

Wenn Kinder Filme selber machen, können sie Medien durchschauen. Welche Tricks gibt es bei den Filmen? Wie verschwindet etwas oder wie taucht es wieder auf? Es macht Spaß, die eigene Phantasie zu benutzen und eine Geschichte zu erzählen, z. B. „warum der Frosch plötzlich nicht mehr grün war...“

Wie das mit der Trickkiste gehen soll, ist den Fünfjährigen nicht klar, aber dass man auf dem mitgebrachten IPad Spiele spielen und Filme gucken kann, wissen alle. Bewegte Bilder ziehen Kinder magisch an. Wie gebannt schauen schon die Kleinsten „Shaun das Schaf“ oder andere Filme und YouTube-Clips. Heute ist das IPad allerdings unser Werkzeug um selber zu filmen.

Das Auge wird ausgetrickst

Neben dem IPad liegen Scheiben. Auf der einen Seite ist ein Goldfischglas zu sehen, auf der anderen Seite ein Goldfisch. Wie kommt der Fisch ins Glas? Kein Problem mit der Wunderscheibe. Rechts und links ist ein Faden angebracht, die Scheibe wird mehrmals gedreht, bis die Schnur verzwirbelt ist, dann die Scheibe loslassen. Sie dreht sich jetzt ganz schnell und wie durch Zauberei sehen wir den Fisch im Glas. Die Kinder sind begeistert und schnell ist erklärt, dass unser Auge träge ist und bei der schnellen Bewegung noch das vorige Bild abbildet, so dass es uns so scheint, als ob der Fisch im Glas sei. Den Trick mit den schnellen Bildern nutzen wir auch für die Trickfilme.

Eine eigene Geschichte entsteht

Was denkt ihr, warum der Frosch nicht mehr grün war? „Der war wütend“, ruft Leon, „und darum ist er rot geworden“. „Ach da ist man eher traurig“, meint Carolin. Alle überlegen, was dem Frosch wohl passiert ist. Er ist gestochen worden! Und schwupps, da haben wir schon die erste Geschichte, die verfilmt werden kann. Alle setzen sich um die Trickbox, das ist ein Karton, der an einer Seite offen ist und oben ein Loch hat. Oben auf dem Karton liegt das IPad so, dass die Kamera durch das Loch sieht, was auf dem Boden des Kartons hin und hergeschoben wird.

Der Frosch besteht aus fünf Teilen, die Raphael auf dem Kartonboden von der offenen Seite aus passend zusammenlegt. Bentje drückt den Auslöser, Joshua verschiebt die Froschteile ein kleines bisschen und Bentje drückt wieder den Auslöser. Schnell sind die Kinder ein Team, bei dem sich alle abwechseln. Ups, da wurde zu schnell fotografiert und Lottas Finger ist auf der Aufnahme noch zu sehen. Kein Problem, das Bild kann man löschen. Drei Klicks und weg ist das Bild. Nun kommt noch die Biene dazu. Stück für Stück schiebt Elaine das Bienchen, das den Frosch sticht. Aua! Der Frosch wird rot, erst der Kopf, dann der Rest. Ela tauscht den grünen Frosch gegen den Roten aus, der inzwischen gemalt und ausgeschnitten wurde.

Die fertigen Trickfilme sorgen für viel Begeisterung

Mit dem Finger können in der Stop-Motion-App auf dem IPad alle Aufnahmen schnell hin und her geschoben werden und schon sieht man die Bilder als Film ablaufen. Die erste Geschichte ist fertig! Auf diese Art haben die kleinen Filmexperten aus fünf selbsterdachten Geschichten spannende Trickfilme produziert. Die Freude ist groß, als zwei Tage später die Filme ergänzt um Titel, Abspann und Musik vorgeführt werden. Eltern, Kinder und Erzieherinnen klatschen begeistert Applaus und die Trickfilmteams strahlen vor Freude über ihre gelungene Filmarbeit.

(Text: Dorothea Schui)