07.11.2022

Mehr Platz und Verantwortung für Jugend in der Kirche

Über 100 Teilnehmende aus dem Evangelischen Kirchenkreis Aachen bei zweitägiger Kreissynode in JuKi und Viktoriaschule – Junge Kirche Aachen erhält neue Pfarrstelle – Entscheidung über Zukunft des Superintendentenamtes

Eröffnungsgottesdienst in der Jungen Kirche Aachen.
Die Delegierten der Kreissynode feierten den Eröffnungs-Gottesdienst in der Jungen Kirche Aachen (JuKi). Foto: Heike Lachmann

Neuer Ort, neuer Ablauf und viel mehr junge Teilnehmende als oft in den Vorjahren: Die evangelische Kirche in der Region Aachen machte auf ihrer Tagung sichtbar, dass das Schwerpunktthema in diesem Jahr die stärkere Beteiligung und Mitwirkung von Jugendlichen ist. Auf der zweitägigen Kreissynode kamen Anfang November mehr als 100 Delegierte aus allen neun Gemeinden des Kirchenkreises – von Baesweiler bis Blankenheim - sowie weiteren Arbeitsgebieten zusammen und fassten wichtige Beschlüsse. Am vergangenen Freitag und Samstag fand die Veranstaltung erstmalig in der Aula der evangelischen Viktoriaschule in Aachen statt, mit einem Eröffnungs-Gottesdienst in der Jungen Kirche Aachen (JuKi).

„Wir tagen dieses Mal in der JuKi und der Viktoriaschule, weil wir direkt an die Orte gehen wollten, wo die Menschen sind, die wir erreichen wollen, und weil wir finden, dass alle Teilnehmenden der Kreissynode diese Orte einmal kennenlernen sollten“, erklärt der Superintendent des Kirchenkreises Aachen, Pfarrer Hans-Peter Bruckhoff. Auch den Tagungsablauf haben die Organisatoren deshalb umgestellt und veranstalten die Workshops zur Jugend-Partizipation am Freitagnachmittag statt am frühen Samstagmorgen. „Wir wollen nicht einfach so bleiben, wie wir es gewohnt sind, sondern neue Formen von Kirche entwickeln und uns auf Neues einlassen“, sagt Superintendent Bruckhoff dazu. „Das kann durchaus eine Herausforderung an uns sein, aber wir wollen den Kontakt mit den Jugendlichen suchen, wahrnehmen, welche Bedürfnisse sie haben, und uns auch von ihnen etwas sagen lassen.“

JuKi Aachen ist einer der 22 „Erprobungsräume“ für neue Ideen

Den Impuls-Vortrag zum Start in das Thema hielt Friederike Schmid, Beraterin für die neuen „Erprobungsräume“ der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR). Auch die JuKi Aachen in der Dreifaltigkeitskirche ist seit vorigem Jahr einer der inzwischen 22 Erprobungsräume und erhält deshalb besondere Unterstützung. „Unser alltägliches Leben ist derzeit im Wandel, und deshalb ist es auch die Kirche“, meint Friederike Schmid. „Um mitten im Leben zu stehen und die Menschen zu erreichen, muss die Kirche den Wandel aktiv mitgestalten, Neues erproben und junge Leute besser ansprechen.“ Unter den Erprobungsräumen sind neben der JuKi zum Beispiel ein „urbanes Familienkloster“, ein mobiler Bauwagen und das Gamer-Projekt „Zocken für Jesus“.  

Pfarrstelle kommt Arbeit der JuKi und dazu passender Tätigkeit in Aachen zugute

Um die Arbeit der JuKi zu unterstützen und langfristig zu stabilisieren, beschloss die Synode am Samstag die Einrichtung einer neuen Pfarrstelle, die zur Hälfte in der JuKi angesiedelt ist, zur anderen Hälfte in einer dazu passenden Tätigkeit, zum Beispiel in der Citykirchenarbeit oder der Schulseelsorge an der Viktoriaschule. „Das war eine notwendige und zukunftsweisende Entscheidung, für die wir als JuKi und als Kirchengemeinde Aachen sehr dankbar sind“, sagte Pfarrer Armin Drack, der Vorsitzende des Leitungsgremiums der Kirchengemeinde Aachen. „Wir freuen uns, dass der Kirchenkreis und die Delegierten aus den Gemeinden die Arbeit hier auch wertschätzen und wichtig finden.“

Welche Angebote und Ansätze zur besseren Einbindung von Jugendlichen es im Ev. Kirchenkreis Aachen neben der JuKi gibt, stellten in Workshops am Freitagabend auch das Jugendreferat des Kirchenkreises mit seinem Projekt „Kirche macht Platz“, die Ev. Studierendengemeinde Aachen (ESG), die Schüler*innen der Viktoriaschule und die „K2-Jugend“ aus Kornelimünster-Zweifall vor.

„Kirche muss sich generell mehr öffnen für junge Menschen“

Ein Beispiel für stärkere Beteiligung von jungen Menschen in der evangelischen Kirche ist der Anfang 2021 beschlossene Grundsatz, dass in der EKiR mindestens eine Person im Alter zwischen 14 und 26 Jahren im Leitungsgremium jeder Kirchengemeinde Mitglied sein soll. In Jugendfachausschüssen sollen mindestens die Hälfte der Mitglieder jünger als 27 Jahre alt sein. „Abgesehen von der Vertretung in Gremien muss die Kirche sich aber generell mehr öffnen für Jugendliche und junge Erwachsene“, meint Jugendreferent Manuel Schumacher. „Es muss mehr Angebote für junge Menschen geben und wir müssen uns fragen: Welche Relevanz hat die evangelische Kirche für Jugendliche?“  Als Jugendreferent des Kirchenkreises Aachen hat Schumacher bereits bei den vergangenen Landtags- und Bundestagswahlen sehr erfolgreich Wahllokale für die U18-Wahl organisiert und damit viele Jugendliche auf politische Fragen aufmerksam gemacht. Ähnlich wie bei diesem Projekt müsse auch die Kirche vorgehen und Raum für die Beteiligung von Jugendlichen schaffen, sagt Schumacher. „Wir müssen unsere Angebote verändern, um für Jugendliche attraktiv zu sein!“, ist er überzeugt.

Superintendentenamt wird ab 2024 hauptamtlich versehen – Bewerbungen auch von außerhalb möglich

Am Synoden-Samstag beschloss die Kreissynode unter anderem den Haushalt für das Jahr 2023 und die Errichtung einer neuen Stelle im Bereich Bauen und Immobilien, welche die ehrenamtlichen Leitungen in den Gemeinden stärker unterstützen soll.  Außerdem stellte sie die Weichen für die voraussichtlich im Herbst 2024 durchzuführende Wahl eines neuen Superintendenten oder einer Superintendentin. Die Synode beschloss, dass diese Position dann hauptamtlich besetzt und damit auch für sich Bewerbende von außerhalb des Kirchenkreises Aachen geöffnet wird. Der amtierende Superintendent, Pfarrer Hans-Peter Bruckhoff, wird 2024 in den Ruhestand treten.

Text: Caren Braun

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